Zwischen November und Februar wird auf dem Schweizer Occasionsmarkt deutlich weniger gehandelt als im Frühling. Viele Verkäufer warten deshalb bis März – und verlieren dabei Monate Wertverlust, Versicherungsprämien und Standzeit. Ob sich der Verkauf im Winter lohnt, hängt stark vom Fahrzeugtyp ab. Dieser Ratgeber zeigt, was die kalte Jahreszeit mit Ihrem Verkaufspreis macht und wie Sie das Beste daraus holen.

Warum die Nachfrage im Winter sinkt

Der Occasionshandel folgt in der Schweiz klaren saisonalen Mustern. Im Frühling steigen die Suchanfragen, weil Käufer die Zeit vor den Sommerferien nutzen und Cabrios wieder attraktiv werden. Im Winter dagegen bremsen mehrere Faktoren:

  • Kaufzurückhaltung nach den Festtagen: Im Januar sitzt das Budget vieler Haushalte fest.
  • Wetter: Probefahrten bei Schnee, Salz und Dunkelheit sind unbeliebt – gerade bei Privatverkäufen.
  • Optik: Bei nasser Fahrbahn wirkt jedes Auto schmutzig, Fotos werden schlechter.
  • Kürzere Tage: Besichtigungen finden oft bei Kunstlicht statt, was Vertrauen kostet.

Realistisch bedeutet das je nach Modell einen Preisunterschied von rund 3 bis 8 Prozent gegenüber der Hochsaison im Frühling – bei einem Fahrzeug im Wert von CHF 12'000 also etwa CHF 400 bis CHF 1'000.

Diese Fahrzeuge profitieren im Winter

Nicht alle Autos verlieren in der kalten Jahreszeit. Bei einigen Kategorien ist der Winter sogar der beste Verkaufszeitpunkt:

FahrzeugtypWinter-Nachfrage
SUV und Allradfahrzeuge (4x4)Hoch – besonders in Bergkantonen wie GR, VS, BE
Kompaktwagen mit WinterreifenSolide, wenn Reifen neu und montiert sind
Cabrios und RoadsterTief – besser bis März/April warten
ElektroautosMittel – Reichweitenthema im Winter kritisch geprüft
Occasionen mit Defekt oder ohne MFKSaisonunabhängig – Exportwert zählt

Wichtig: Bei Fahrzeugen, die ohnehin in den Export gehen oder als Defektwagen verkauft werden, spielt die Saison praktisch keine Rolle. Hier bestimmen Marktpreis, Ersatzteilwert und Nachfrage im Zielland den Preis – nicht das Schweizer Wetter.

8 Tipps für einen guten Winterpreis

  1. Winterreifen montiert lassen. Ein Satz mit über 4 mm Profil ist ein echtes Verkaufsargument und kann CHF 300–800 wert sein.
  2. Zweiten Reifensatz mitgeben. Sommerreifen dazu erhöhen den Gesamtwert und die Attraktivität.
  3. Fotos bei Tageslicht machen – idealerweise nach einer Wäsche und in einer trockenen Halle oder Tiefgarage.
  4. Salzrückstände entfernen. Auch Unterboden und Radkästen spülen, das verhindert Rostdiskussionen.
  5. Batterie prüfen. Ein Auto, das bei Kälte nicht anspringt, verliert bei der Besichtigung sofort Vertrauen.
  6. Serviceheft und MFK-Datum bereithalten. Frische MFK oder Service wirken im Winter besonders beruhigend.
  7. Nicht bis Februar warten. Der Wertverlust plus Versicherung und Verkehrssteuer kostet oft mehr als der Saisonrabatt.
  8. Mehrere Offerten einholen. Händler- und Exportangebote unterscheiden sich im Winter stärker als im Sommer.

Abmeldung, Versicherung und Steuern nicht vergessen

Solange das Fahrzeug immatrikuliert ist, laufen Motorfahrzeugsteuer und Versicherungsprämie weiter. Wer im Dezember verkauft statt im April, spart je nach Kanton und Fahrzeug schnell CHF 300 bis 600. Die Abmeldung erfolgt beim Strassenverkehrsamt Ihres Kantons – Kontrollschilder und Fahrzeugausweis abgeben, danach werden Steuern und Prämien pro rata zurückerstattet. Beim Verkauf an einen Händler mit Exportabsicht übernimmt dieser die Abmeldung oder den Export in der Regel selbst.

Privat verkaufen im Winter ist mühsam

Im Winter melden sich weniger Interessenten, Termine platzen wegen Wetter, und Probefahrten bei Schnee sind riskant. Wer nicht wochenlang warten will, fährt mit einem direkten Verkauf besser.

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